Das Berner Projekt CinemAnalyse

Das Berner Projekt CinemAnalyse wurde 2006 vom Sigmund-Freud-Zentrum Bern (FZB) anlässlich des 150. Geburtstags von Sigmund Freud initiiert, vorerst in Zusammenarbeit mit den Quinnie Cinemas, ab 2007 mit dem Lichtspiel. Seit 2013 beteiligen sich auch das Psychoanalytische Seminar Bern (PSB) und die Psychoanalyse am Werk Bern (PAW). Gezeigt werden jährlich neun oder zehn Filme im Rahmen eines Zyklusthemas, jeweils am letzten Donnerstag des Monats ab 20.00 (Bar ab 19.00) im Lichtspiel, Sandrainstrasse 3, 3007 Bern (Dachstock Haus des Films, neben Dampfzentrale).

Kurze psychoanalytische Einführung und Schlussdiskussion. Öffentliche Vorstellungen, Eintritt frei, Kollekte am Ausgang.

Thema 2019. Ein für die Druckausgabe optimierter Flyer (PDF) kann hier heruntergeladen werden.

DO 12.12.19
20.00

ET MAINTENANT ON VA OÙ? (2011)
NADINE LABAKI

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

Nadine Labakis zweiter Spielfilm ist in einem unbenannten Land situiert, das aber als Libanon erkennbar ist – die Geschichte könnte sich auch sonst wo ereignen. Zwischen Moslems und Christen herrschen Spannungen, Tote füllen die Friedhöfe, Gewalt entsteht aus gewöhnlichstem Alltag. Nur die Frauen des Dorfes sind aktiv bemüht, mit allerlei Tricks den Unsinn der Feindseligkeiten und Tod zu entblössen. Und weil Vernunft bei den Männern nicht fruchtet, greifen sie auf unkonventionelle Mittel zurück…

 

DO 28.11.19
20.00

KRUSO (2018)
THOMAS STUBER

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

DDR 1989, Hiddensee, Ausflugsgaststätte „Zum Klausner“. Ed, nach dem Tod seiner Freundin orientierungslos, nimmt hier eine Arbeit als Aushilfe an, bei Alexander Krusowitsch, kurz Kruso. Der charismatische Kruso versammelt rund um sich sogenannte Republikflüchtlinge, Enttäuschte, die er zur inneren Freiheit führen will. In erster Linie jedoch versucht er sie von einer gefährlichen Flucht durch die Ostsee abzuhalten. Doch dann fliehen immer mehr Menschen über Ungarn in den Westen…

DO 24.10.19
20.00

HONEYMOONS / MEDENI MESEC (2009)
GORAN PASKALJEVIC

Einführung: Liliana Schaffner (PAW)

Zwei junge Paare entscheiden sich voller Lebenslust, der jüngsten Vergangenheit auf dem Balkan zu entkommen. Maylinda und Nik zieht es von Albanien ins nahe Italien, die serbischen Verliebten Vera und Marko wollen nach Wien reisen, wo Marko im Symphonieorchester eingeladen ist. An der Grenze zu Europa bleiben die vier fürs Erste hängen. Goran Paskaljevic erzählt die doppelte Aufbruchsgeschichte mit feinem Gespür für die unterschiedlichen Kulturen und mit unbeschönigendem Blick auf die Gegenwart.

Einführung

DO 27.06.19
20.00

CIDADE DE DEUS (2002)
FERNANDO MEIRELLES

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Auch Gott hat eine Stadt – dort herrschen Gewalt und Angst. Die cidade de deus, eine in den 60er Jahren gegründete Favela in Rio de Janeiro ist nebst der Kriminalität vor allem Lebensraum von Menschen mit verschiedenen Hoffnungen. Während Dadinho auf das Verbrechen setzt, träumt sein Freund Buscapé von einer Karriere als Fotograf. Ein stilistisch an der Tradition amerikanischer Gangsterfilme orientierter Film, eine Art Spotlight-Zeitportrait der 60er und 80er Jahre.

Einführung

DO 23.05.19
20.00

DR. STRANGELOVE (1964)
STANLEY KUBRICK

Einführung: Liliana Schaffner (PAW)

Der zweite Titelteil von Kubricks furios orchestriertem Weltuntergang ist Programm: How I learned to Stop Worrying and Love the Bomb. Als die gegenseitige Auslöschung zwischen Ost und West bevorsteht, wird die Bedrohung aufs Mal gepflegt. Da sind der irrsinnige US-General Jack D. Ripper, die überforderten Präsidenten Nordamerikas und der Sowjetunion und der unverbesserliche faschistoide Dr. Seltsam, der die Zukunft plant. Auch das ist Krieg, wenn nichts mehr geht, dann setzt sich gewiss irgendeiner auf die Bombe.

Einführung

DO 25.04.19
20.00

IL GIARDINO DEI FINZI-CONTINI (1970)
VITTORIA DE SICA

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

Erzählt wird die Geschichte der Familie Finzi-Contini, die im Vorfeld des Zweiten Weltkriegs in Ferrara Opfer der faschistischen Repression wird. Dabei rückt die Gartenanlage ihrer Villa ins Zentrum des Geschehens. Der Park wird öffentlich zugänglich gemacht, um so die Isolation der eigenen Kinder zu vermeiden, die als Juden vom gesellschaftlichen Leben ausgeschlossen werden. In einem Klima der Verunsicherung und der Entrechtung hält fast so etwas wie Normalität Einzug in das familiäre Leben, bevor dann der Krieg ausbricht.

Einführung

DO 28.03.19
20.00

ANIMAL FARM (1954)
JOHN HALAS, JOY BATCHELOR

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Auf der Grundlage von George Orwells gleichnamigem Roman (1945) entstand 1954, im Nachfeld des Koreakriegs und mitten im Kalten Krieg, der Animationsfilm „Animal Farm“. Auch hier übernehmen die Tiere gleichberechtigt einen Bauernhof, nachdem die ehemaligen Besitzer schlecht und rücksichtslos gewirtschaftet hatten. Kurz darauf allerdings setzt sich Schwein Napoleon an die Spitze der Gemeinschaft, die hehren Ideale des Umsturzes sind bald ausverkauft. Ein konterrevolutionäres Aperçu: Der parabelhafte Zeichentrickfilm wurde mit Geldern der CIA produziert.

Einführung

DO 28.02.19
20.00

LA GRANDE ILLUSION (1937)
JEAN RENOIR

Einführung: Liliana Schaffner (PAW)

Jean Renoirs Film ist nicht nur die eindrückliche Versammlung der Schauspiel-Garde der Zeit um Jean Gabin oder Erich von Stroheim, er ist vor allem der behutsame filmische Versuch, dem Krieg als Motiv nicht einfach mit Parolen und bildlicher Gewalt beikommen zu wollen. Eine Gruppe französischer Offiziere gerät während des Ersten Weltkriegs in deutsche Kriegsgefangenschaft. Der Gedanke an Flucht ist fester Bestandteil des Alltags, doch finden die Gefangenen im deutschen Major von Rauffenstein ein Gegenüber, das sich als gar nicht immer so fremd herausstellt.

Einführung

DO 31.01.19
20.00

NOTE DAL FRONTE
Musik, Worte und Bilder aus dem Ersten Weltkrieg

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

Note Dal Fronte erzählt in nüchternen, eindrücklichen Bildern vom Ersten Weltkrieg, von den Kämpfen im Friaul zwischen Italien und Österreich-Ungarn in den Jahren 1915 – 1918. Die Zusammenstellung dieser bewegten und bewegenden Bilder wird begleitet von Gedichten und Tagebuchausschnitten der Soldaten beider Fronten, Berichten, die das Ungeheuerliche des Krieges zu fassen versuchen. Gleichzeitig werden die Filme untermalt durch populäre Kriegslieder, aber auch durch eine vom Zerorchestra Pordenone 1918 neu komponierte Musik.

Einführung

DO 13.12.18
20.00

ABRE LOS OJOS (1997)
ALEJANDRO AMENABAR

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Cesar hat alles, was sich ein Mann wünschen kann: Er ist reich, charmant und beliebt und geniesst das Leben und die Frauen. In Sofia glaubt er seine Traumfrau gefunden zu haben. Doch sein Leben ändert sich schlagartig, als er einen Autounfall nur schwer verletzt und mit entstelltem Gesicht überlebt. Cesar hat fortan Mühe, zwischen Realität, Traum und Illusion zu unterscheiden. Amenabars Meisterwerk ist psychologische Studie, Science Fiction und Thriller zugleich.

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