Das Berner Projekt CinemAnalyse

Das Berner Projekt CinemAnalyse wurde 2006 vom Sigmund-Freud-Zentrum Bern (FZB) anlässlich des 150. Geburtstags von Sigmund Freud initiiert, vorerst in Zusammenarbeit mit den Quinnie Cinemas, ab 2007 mit dem Lichtspiel. Seit 2013 beteiligen sich auch das Psychoanalytische Seminar Bern (PSB) und die Psychoanalyse am Werk Bern (PAW). Gezeigt werden jährlich neun oder zehn Filme im Rahmen eines Zyklusthemas, jeweils am letzten Donnerstag des Monats ab 20.00 (Bar ab 19.00) im Lichtspiel, Sandrainstrasse 3, 3007 Bern (Dachstock Haus des Films, neben Dampfzentrale).

Kurze psychoanalytische Einführung und Schlussdiskussion. Öffentliche Vorstellungen, Eintritt frei, Kollekte am Ausgang.

Ein für die Druckausgabe optimierter Flyer (PDF) kann hier heruntergeladen werden.

DO 17.12.20
20.00

Blancanieves (2011)
Pablo Berger

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Schneewittchen einmal anders: Pablo Berger überträgt das Märchen der Gebr. Grimm in ein archaisches Spanien der 1920er-Jahre. Die sieben Zwerge sind kleine Toreros, die für skurrilen Spass auf Volksfesten sorgen und Schneewittchen selbst wird zur erfolgreichen Stierkämpferin. Grandiose Darstellerinnen, kristallklare Bilder, ein wunderbarer Soundtrack. Droht Rührung, leuchtet gleich wieder wilde Komik. Die Statisten scheinen alten Fotoporträts der Zweiten Spanischen Republik entsprungen zu sein.

DO 26.11.20
20.00

La Haine (1995)
Matthieu Kassowicz

Einführung: Liliana Schaffner (PAW)

In einem heruntergekommenen Vorort von Paris leben die drei Freunde Vinz, Hub und Saïd – ein Jude, ein Schwarzer und ein Nordafrikaner. Sie treiben sich vor allem auf den Strassen herum, hören Musik, rauchen Joints und provozieren die Polizei. Ihr Kumpel Abdel wurde bei einem Strassenkampf lebensgefährlich verletzt und liegt nun im Koma – Vinz schwört Rache. Eine schonungslose Darstellung der Realität und der tristen Zukunftsperspektiven der Jungen in der Pariser Banlieue.

DO 29.10.20
20.00

Sidewalks Stories (1989)
Chris Lane

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

Ein Film zum Durchatmen, poetisch, musikalisch, menschlich, berührend – und gleichzeitig das Dokument der neuen und alten Armut in der Stadt des World Trade Center. Der Film nimmt die Tradition eines Buster Keaton auf, eines Charlie Chaplin (THE KID), das Engagement der neorealistischen FAHRRADDIEBE, das Selbstverständnis der ersten Filme von Spike Lee, und dennoch ist er unbefrachtet von den Ansprüchen der Filmgeschichte und sozialer Repräsentanz. (Filmzentrale)

DO 25.06.20
20.00

Elephant Man (1980)
David Lynch

Einführung: Liliana Schaffner (PAW)

Um 1880 wird ein monströs deformierter Mann von einem Schausteller von Jahrmarkt zu Jahrmarkt gezerrt, bis ein Chirurg sich der gepeinigten Kreatur annimmt. Doch ohne böse Absichten macht auch der Arzt aus dem „Elefantenmenschen“ ein Opfer der sensationslüsternen Gesellschaft. In der authentischen Geschichte zeigt David Lynch einen ‚monströsen‘ Menschen mit integrem Charakter als Zerrspiegel der intakt erscheinenden, tatsächlich aber entarteten Gesellschaft: „Der Elefantenmensch“. (Dieter Wunderlich)

DO 28.05.20
20.00

Twelve Angry Men (1957)
Sidney Lumet

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Ein junger Puertoricaner steht vor Gericht – er soll seinen Vater ermordet haben. Obwohl er seine Unschuld beteuert, glaubt ihm niemand. Zwischen den zwölf Geschworenen, deren Verhandlung hinter verschlossenen Türen hier ähnlich einem Kammerspiel vorgeführt wird, entwickelt sich eine eigene Dynamik, welche die Geschworenen immer wieder von ihren festgesetzten Meinungen abweichen und sie umdenken lässt. Ein unglaublich dichtes Justizdrama, das zeigt, wie wir uns von Denkschemen leiten lassen.

DO 30.04.20
20.00

La Macchina Ammazzacattivi (1952)
Roberto Rossellini

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

„Satirische Parabel um die Bewohner eines italienischen Küstendorfs, die nach der Ankunft eines Amerikaners, der dort ein Hotel einrichten will, der Geldgier anheimfallen. In der Figur eines widerständlerischen Fotografen, der mit seiner Kamera die Bösen töten kann und am Ende merkt, dass der Teufel seine Hände im Spiel hat, erstellt der Regisseur Rossellini ein ironisches Selbstporträt: der italienische Neorealismus im tragikomischen Kampf gegen die kulturelle Kolonisation und die Macht des Geldes. “ (Lexikon des internationalen Films)

 

DO 26.03.20
20.00

Nora Inu – Stray Dog (1949)
Akira Kurosawa

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

„Wie alle Hauptwerke Kurosawas ein vor Sinnlichkeit zitternder Film – ähnlich dem Schwirren und unentwegten Vibrieren der Fächer, mit denen Tokio sich vergeblich vor dem Brüten des Sommers zu schützen sucht. Auf der abstrusen Jagd nach seinem gestohlenen Dienstrevolver durchquert ein Detektiv die disparaten Zellen, Winkel, Downtowns der Grossstadt, um sich – gehetzt von der fixen Idee, seinen Job zu verlieren – den von ihm gehetzten Wild anzugleichen. Jäger und Gejagter werden eins: zu streunenden, tollwütigen Hunden.“ (Harry Tomicek, Österr. Filmmuseum)

DO 27.02.20
20.00

Tabu (1931)
Friedrich Wilhelm Murnau

Einführung: Liliane Schaffner (PAW)

Der Film erzählt die unglückliche Liebesgeschichte des jungen Matahi und seiner Freundin Reri: Sie ist zur Priesterin bestimmt und für alle Männer tabu. Da es für die Beziehung auf der Heimatinsel Bora Bora keine Zukunft gibt, flieht das Paar auf eine andere Insel, auf der schon die westliche Zivilisation Einzug gehalten hat. Im mannigfaltigen System der Abhängigkeiten dieser Zivilisation muss sich Matahi als Perlentaucher verdingen, um das gemeinsame Überleben zu sichern. Doch die Vergangenheit holt sie ein….

Musikalische Untermalung: Domenic Landolf

DO 30.01.20
20.00

Schatten – eine nächtliche Halluzination (1923)
Arthur Robinson

Einführung: Daniela Tschacher (FZB)

Eine arme Ehefrau kann keinen Schritt machen, ohne von ihrem krankhaften eifersüchtigen Ehemann verfolgt zu werden. Durch ein während eines gesellschaftlichen Anlasses zufällig beobachtetes Schattenspiel glaubt er, endlich den Beweis ihrer Untreue gefunden zu haben…
Ein Gaukler hingegen weiss die Geschehnisse zu deuten und hypnotisiert die abendliche Gesellschaft, um ihnen durch ein Schattenspiel ihre Begierden und Ängste, ihren Hang zur Eifersucht, zu Betrug und Rache vor Augen zu führen.

Livemusik: Christian Henking

 

DO 12.12.19
20.00

ET MAINTENANT ON VA OÙ? (2011)
NADINE LABAKI

Einführung: Maria Luisa Politta (PSB)

Nadine Labakis zweiter Spielfilm ist in einem unbenannten Land situiert, das aber als Libanon erkennbar ist – die Geschichte könnte sich auch sonst wo ereignen. Zwischen Moslems und Christen herrschen Spannungen, Tote füllen die Friedhöfe, Gewalt entsteht aus gewöhnlichstem Alltag. Nur die Frauen des Dorfes sind aktiv bemüht, mit allerlei Tricks den Unsinn der Feindseligkeiten und Tod zu entblössen. Und weil Vernunft bei den Männern nicht fruchtet, greifen sie auf unkonventionelle Mittel zurück…

Einführung

 

 
Menü
Direktkontakt
Intern